Gehaus liegt etwa 6 km südwestlich von Stadtlengsfeld auf der Hochfläche des Felda-Ulster- Berglandes auf einer Höhe von etwa 400 m N.N. Östlich des Dorfes erhebt sich der markante Basaltkegel des sagenumwobenen Baiers, in Sichtweite befinden sich der botanisch bemerkenswerten Arzberges (Szillablüte im April), der Dietrichsberg und der Oechsenberg. Den ländlichen Charakter des Ortes prägen weite Grün- und Ackerflächen in seiner Umgebung.
Bemerkenswert sind das Schloss und sein dazugehöriger Park, der aus dendrologischen Gründen 1958 auf Initiative des
Stadtlengsfelder Naturschutzbeauftragten des damaligen Kreises Bad Salzungen, Max Sträßer, zum Landschaftsschutzgebiet
erklärt wurde. Heute sorgt sich vor allem der ansässige Heimatpflegeverein in liebenswerter Art und Weise um die Erhaltung und
Pflege dieser außergewöhnlichen Anlage.
Der Park und das Schloss sind Austragungsort volkstümlicher Feste und Veranstaltungen, die Gehaus weit in der Region bekannt
gemacht haben.
Zu den Besonderheiten des Ortes gehört, dass sie jahrhundertelang Heimstatt einer jüdischen Gemeinde war. Davon kündet heute der jüdische Friedhof.
Außergewöhnlich ist auch, dass sich in Gehaus allJährlich viele Sinti und Roma zum Winterquartier trafen. Zwei Zigeunerfamilien wurden in Gehaus sogar sesshaft, ehe der nationalsozialistische Terror die jüdische Gemeinde und die Sinti und Roma vernichtete.
Im Dorf haben sich kleinere und mittelständische Unternehmen angesiedelt.
1355
Urkundliche Ersterwähnung in einer Urkunde des Klosters Allendorf
1472
Heinrich von Reckerodt erhält Gehaus als Lehen vom Bistum Fulda
1506
Ludwig von Boineburg erwirbt Gehaus
1536
Einführung der Reformation
1711
Baubeginn des oberen Schlosses
um 1730
Ansiedlung von jüdischen Bürgern
um 1745
Anlegung des jüdischen Friedhofes
um 1750
Die Ortsteile Fischbach, Altenroda und Hohenwart finden Erwähnung
um 1750
Starkes Bandenunwesen (Krummfinger-
bande und die Schwarzen Fryders)
1765 - 1767
Bau der neuen evangelischen Kirche
1830
Errichtung der jüdischen Schule
1840
Errichtung der Synagoge
um 1850
Ein Drittel der Bevölkerung wandert aus
1878
Gründung der Feuerwehr
1884
Sinti und Roma werden im Ort sesshaft (vorher Winterquartier)
1885
Baubeginn der Wasserleitung
1901
Gründung des Sportvereins
1904
Gründung des Kleintierzucht-
vereins
1920
Die Elektrizität hält Einzug